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Artikel PZ Nr. 9-343/04  ♦  Freitag, 7. Mai 2004

Sport & Unterhaltung

Verwegene Männer und Frauen

Eiskaltes Bad zum Saisonausklang

Das Locknfescht“ zum Saisonausklang am Kronplatz am 25. April war wieder ein ziemlicher Erfolg, auch wenn die Zahl der Fans kontinuierlich zurückgeht.

 Das „Locknfescht" ist aus kleinen Anfängen im Laufe der Jahre zu einem Selbstläufer geworden. Aber selbst der größte Spaß wird langweilig, wenn nicht immer wieder etwas völlig Neues passiert. Waren in den Anfängen bis zu 12.000 Zuschauer und mehr zum Fest auf die Seewiesn am Kronplatz gepilgert, waren es vor zwei Jahren geschätzte 5.000 Leute und heuer etwa gleich viele: Die Massenaufmärsche der Pionierzeit sind wohl endgültig passé. Wie auch immer: Die Zahl der Besucher ist freilich nicht alles, denn wenn die Stimmung passt, tut es auch ein kleineres Publikum.

Mit einer Stunde Verspätung wurde die rund dreistündige Strandparty an den Ufern der „Locke" eröffnet. Als erste fuhren traditionell die Pioniere des „Locknfeschts" über das Wasser, jene mutigen Männer, die vor 15 Jahren die zündende Idee zu diesem Saisonschlussfest auf über 2.000 Metern Meereshöhe hatten. Dann kamen die mutigen Freiwilligen aus dem Publikum, die den Rutsch über den etwa 50 Meter breiten Wasserspiegel freilich nicht so souverän schafften wie die Pioniere und reihenweise das eiskalte Wasser küssten, worüber sich die Zuschauer natürlich besonders freuten. Das Wetter war nicht ideal. Es wehte ein kalter Wind, der so manchen Fan wohl zu Hause bleiben ließ.

Dann waren die Sondergefährte an der Reihe. Insgesamt zwölf Mannschaften hatten mit viel Mühe und Liebe zum Detail Spezialgefährte zusammengebaut, mit denen sie die Lacke überqueren wollten. Aber das gelang keinem. So manches Gefährt ging bereits auf der Abfahrt zu Bruch. Die Mannschaften kamen aus Bruneck und Umgebung, aber auch aus dem Eisacktal, aus dem Unterland und eine Mannschaft sogar aus Baden-Württemberg. Der Phantasie waren bei den Spezialgefährten wie immer keine Grenzen gesetzt: Bacchus rutschte auf einem Weinfass in die Lacke, eine Gruppe fuhr mit einer Heuwanne zu Tal, einige Grufties versuchten es mit einem Sarg, wieder andere probierten es mit einem „Flintstone-Fahrzeug". Ein weißer Hai schaffte es ebenso wie ein Gespann aus vier Wok-Pfannen. Bruchlandungen legte ein Flieger hin, ebenso der „Schuh des Manitu" und ein Mammut. Den Sieg holte sich Marco Kelder aus St. Christina mit einem Gefährt in Form eines überdimensionalen Weckers; zweiter wurde der Kamikazepilot, den dritten Platz teilten sich ein deutsches Reisebus-Team und der „Schuh des Manitu". Irgendwie scheinen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die wirklich zünden­den Ideen ausgegangen zu sein. Zum Abschluss zeigten die Freestyle-Akrobaten vom Brunecker Club Vitamin F einige tolle Sprünge von einer großen Rampe mitten in den See. Für die nötige gute Stimmung sorgten dröhnende Musik, Tänzerinnen und der Platzsprecher Klaus Holzer, der die Leute immer wieder zum Bierkonsum auffordern musste - denn so wollten es die Sponsoren. Das Spektakel wurde von Fernsehteams von RTL und RAI I aufgezeichnet, damit auch alle diejenigen, die selbst nicht dabei waren, etwas von diesem Spektakel hatten. Das nächste „Locknfescht" steigt erst wieder in zwei Jahren, also 2006. Die gefürchteten Staus auf den Straßen und bei der Auf- und Abfahrt mit den Liften blieben heuer aus. Organisiert wurde die schrägste Badeparty in den Alpen wie immer vom Skiclub Bruneck.


                

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